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Alles begann im Alter von neun Jahren. Nach ersten Erfahrungen im Karate und Judo verschrieb ich mich mit elf Jahren voll und ganz dem Kung-Fu. Diese Leidenschaft prägte meinen Weg: Als Hessen-, Deutscher und Europameister feierte ich Erfolge im Kampf und in den Formen. Doch meine Rolle entwickelte sich weiter - vom erfolgreichen Meisterschüler zum Cheftrainer und Ausbildungsleiter, der in den 90er-Jahren zahlreiche Athleten zu nationalen Titeln führte. Ein schwerer Unfall im Jahr 1989 änderte alles. Die daraus resultierenden körperlichen Einschränkungen zwangen mich dazu, die Kampfkunst neu zu denken. Ich entwickelte Ansätze für Selbstverteidigung und Selbstbehauptung, die barrierefrei und für jeden zugänglich sind - egal ob Kind, Jugendlicher oder Erwachsener, mit oder ohne Behinderung. Nach fünf Jahren intensiver Arbeit entstand daraus das "Dao MaHe Kungfu". "Wir können Verbrechen nicht verhindern, aber wir können euch lehren, auf jede Situation die richtige Antwort zu finden.“ |
„Gewaltprävention beim „Dao MaHe Kungfu“
Anti-Gewalt- und Anti-Aggressionstrainings helfen dabei, Konflikte friedlich zu lösen. „Dao MaHe Kungfu“ ist eine besondere Form der Gewaltfreiheit. Durch den Systemgründer Manfred Heil wurde dieser Grundsatz in das Training eingebracht:
Unsere Trainingsmethoden fördern ein friedliches und helfendes Miteinander. Rücksichtnahme, Respekt und Toleranz sind die wichtigsten Eigenschaften im „Dao MaHe Kung Fu“. Gewalt wird nicht akzeptiert, sondern durch Regeln und Normen eingegrenzt.
Zu Beginn des Anti-Gewalt- und Anti-Aggressions-Trainings werden diese allgemeinen Regeln aufgestellt und für alle festgehalten. Regelverletzungen werden mit den Teilnehmern besprochen und abgestellt.
Grundregeln:
• NEIN heißt NEIN!
• Niemand wird getreten, geschubst, geschlagen oder verletzt.
• Übungen dienen nur dem Training und dürfen nur im Ernstfall angewendet werden.
• Keine Ausgrenzung: Jeder akzeptiert jeden.
• Schwache und Starke gehören gemeinsam zur Gruppe – sie können diese Position nicht verlieren.
• Nichts wird verschwiegen.
• Konflikte werden sofort besprochen und ausgeräumt.
Die Akzeptanz und Bereitschaft für gewaltfreie Lösungsansätze sowie die Kunst, den Konflikt so zu lösen, dass sich keiner als Verlierer fühlt und schon gar nicht das Gesicht verliert, ist hierbei das Wichtigste. Es ist eine wichtige Aufgabe, den Gedanken der Gewaltfreiheit immer und immer wieder verständlich zu machen, ihn mit einfachen Beispielen aufzuzeigen und dazu aufzufordern, tatsächlich danach zu handeln.
Es ist wichtig zu verstehen, dass Gewalt nicht nur gewollt, sondern auch ungewollt geschehen kann. Es spielt eine entscheidende Rolle, alle dafür zu sensibilisieren, wo, wann und wie dies geschehen kann. Allein der Ausdruck in negativer verbaler, gestischer und mimischer Form ist bereits eine Art Gewalt, die sich leider langsam einschleicht.
Gerade an unseren Schulen ist es wichtig geworden, die Schüler so früh wie möglich für ein konfliktfreies Miteinander zu schulen. Die Schüler sind sich oft gar nicht bewusst, dass ihr Verhalten von der Gegenseite als gewalttätig eingestuft wird. Für die Meister im „Dao MaHe Kungfu“ gilt es, die versteckten Handlungen der Kinder untereinander sofort zu unterbinden und den Schülern zu erklären, welcher Fehler unbeabsichtigt in Richtung Gewalt begangen wurde. Wir gehen vorsichtig, aber konsequent mit ihnen auf das Thema ein. Die Schüler erkennen sehr schnell ihr Fehlverhalten und handeln meistens sogar sensibler und verständnisvoller als Erwachsene. Sie akzeptieren Lösungen, achten danach überraschend genau darauf und sind sich bewusst, dass eine Zusammenarbeit die beste Möglichkeit ist, um ein Ergebnis zu erarbeiten, bei dem beide Seiten nur gewinnen können.
„Dao MaHe Kungfu“ bietet ein auffallendes Maß an Möglichkeiten, die Beziehungsfähigkeit aller entscheidend zu verbessern. Jeder übernimmt die Verantwortung, jeden Schüler mit Respekt und Rücksicht anzuerkennen.
Lernziele
• Wahrnehmung von aggressiven Gefühlen
• Wahrnehmung des eigenen Täter-Opfer-Zustands
• Wahrnehmung von Nähe mit allen Sinnen (Haut, Geruch)
• Erkennen der eigenen persönlichen Möglichkeiten, eigener Stärken und Schwächen; sich selbst akzeptieren; Befindlichkeit in Konflikten
• Akzeptanz der eigenen begrenzten Kommunikation
• Wecken von gegenseitigem Interesse und Akzeptanz
• Erkenntnis gewinnen, nicht allein zu sein
• Aushalten von Provokationen; kreative, lockere Kommunikation auf „Anmachen“
• Sinnvolles Verhalten in Bedrohungssituationen
Lerninhalte
• Kennenlernen der Existenz von Aggressionen als natürlichen Persönlichkeitsanteil
• Auseinandersetzung mit positiven und negativen Persönlichkeitsanteilen
• Veranschaulichung von Befindlichkeiten in Gruppen zu Themen wie:
• Eigene Empfindlichkeiten (Beleidigungen, Schimpfwörter, Rempeleien, Provokationen)
• Gewalt vermeiden durch aktive Kommunikation; aus der Rolle des „Opfers“ ausbrechen
• Stärkung des Selbstvertrauens und der Selbstbehauptung
Warum Aggressionen nicht generell schlecht sind
„Problematisch wird es nur, wenn sich die Aggressionen aufstauen und sich irgendwann in unkontrollierten Handlungen entladen. Das „Dao MaHe Kungfu“ Anti-Aggressions-Training hilft in solchen Fällen. Es werden nützliche Strategien und Techniken zum Abbau von Aggressionen, unkontrollierten Wutausbrüchen, Ausrastern oder gar straffälligem Verhalten aufgezeigt.
Die Aggressionen werden nicht unterdrückt, sondern durch körperliche Aktivitäten abgebaut. Hierzu eignen sich die Übungen mit Pratzen und Handschützern sowie die Ruhe- und Atmungsformen aus dem „Dao MaHe Kungfu“